Arnolfo di Cambio

Arnolfo di Cambio (1245-1302) war der bedeutendste florentinische Bildhauer und Architekt der letzten Hälfte des 13.

Arnolfo di Cambio wurde in der Bildhauerwerkstatt von Nicola Pisano ausgebildet, wo er beim Schnitzen der Marmorkanzel in der Kathedrale von Siena (1265-1268) half. Kurz darauf verließ er Nicolas Laden, um sich als unabhängiger Künstler zu etablieren. Über seine Aktivitäten ist bis 1277 wenig bekannt, als er unter der Schirmherrschaft Karls von Anjou in Rom arbeitete. Arnolfos drei früheste Werke stammen aus der Zeit von 1265-1277: das Denkmal für Adrian V. in S. Francesco, Viterbo, in Zusammenarbeit mit einem Cosmati-Meister; das Denkmal für Kardinal Riccardo Annibaldi, von dem Reste im Kreuzgang von St. John Lateran, Rom; und das sitzende Porträt von Karl von Anjou im Kapitolinischen Museum, Rom. Arnolfos früher Stil zeichnete sich durch einfache, geometrische Formen aus, die den Figuren eine gewisse Blockigkeit und Unbeweglichkeit verliehen. Drapery Falten waren tief geschnitten und in regelmäßigen Mustern angeordnet, oft in V-förmigen Falten fallen.

Arnolfos Dienste wurden 1277 in Perugia für Arbeiten an einem Brunnen angefordert. Karl von Anjou ließ ihn gehen, obwohl Arnolfos Anwesenheit in Perugia erst Anfang 1281 dokumentiert ist. Vermutlich ist der Brunnen, an dem er arbeitete, derjenige, der durch drei Fragmente bekannt ist, die Assetati (durstige) in der Nationalgalerie von Umbrien, Perugia, darstellen, und nicht die berühmte Fontana Maggiore in Perugia von Nicola und Giovanni Pisano, die 1278 fertiggestellt wurde. Arnolfo unterzeichnete sein Denkmal für Kardinal Guglielmo DeBraye (gestorben 1282) in S. Domenico, Orvieto. Dieses Werk, das seine Bedeutung verloren hat, enthüllte zum ersten Mal Arnolfos Assimilation des Stils der klassischen Antike, dem er in Rom ausgesetzt war. Dies macht sich besonders bei der inthronisierten Jungfrau bemerkbar, die eine junoeske Qualität hat. Das Denkmal für Kardinal DeBraye etablierte ein Muster für Grabdenkmäler aus dem 14.Jahrhundert, das sich viele Male wiederholte, insbesondere in der Arbeit von Tino di Camaino.

In Rom errichtete Arnolfo zwei Ciboria oder Altardächer, eine in S. Paolo fuori le Mura (1285) und die andere in S. Cecilia in Trastevere (1293), wo er seine Talente als Bildhauer und Architekt kombinierte. Beide sind gotische Strukturen mit Rundbögen, dreieckigen Giebeln, die mit Kroketten, Kreuzblumen und Figurenskulpturen an den Ecken und in den Zwickeln verziert sind. Die viel geschmückte Bronzestatue des sitzenden Petrus in der Nähe der Kreuzung des Petersdoms wurde Arnolfo zugeschrieben. Diese Arbeit wurde von einem frühchristlichen Marmorprototyp abgeleitet, der noch in den vatikanischen Grotten erhalten ist. Andere skulpturale Arbeiten von Arnolfo in Rom in den 1290er Jahren sind die Statue von Papst Bonifatius VIII Segen und das Grabdenkmal von Bonifatius VIII, beide in den vatikanischen Grotten, und das Denkmal für Honorius IV in S. Maria in Aracoeli.

Alle rein architektonischen Werke Arnolfos befinden sich in Florenz. Der wichtigste, der Entwurf für die Kathedrale, wurde 1296 begonnen. Dies war ein enormes Unterfangen, das sicherlich die Beschreibung von Arnolfo als “dem berühmtesten und fähigsten Kirchenbauer des Landes” rechtfertigte.” Dasselbe Dokument vom 1. April 1300 zeigt, dass er Capomastro oder künstlerischer Leiter und Chefbauer der Kathedrale war. Das Kathedralenprojekt umfasste zahlreiche Statuen für die Fassade. Zu den erhaltenen zählen die thronende Jungfrau, der thronende Papst Bonifatius VIII. und die Geburt Christi im Dommuseum in Florenz sowie die Mariä Himmelfahrt in Berlin. Eine Statue von St. Reparata, auch im Dommuseum, wird normalerweise Arnolfo zugeschrieben. Zwei weitere Kirchen in Florenz, die Badia und Sta Croce, sind mit Arnolfos Namen verbunden, ebenso wie das massive Rathaus, der Palazzo Vecchio, in Florenz. Arnolfo starb am 8. März 1302 in Florenz.

Weiterführende Literatur

Die beste englischsprachige Quelle zu Arnolfos Skulptur ist John Pope-Hennessy, An Introduction to Italian Sculpture, vol. 1: Italienische gotische Skulptur (1955). Eine Standardmonographie in italienischer Sprache mit zahlreichen Schwarzweißfotografien ist V. Mariani, Arnolfo di Cambio (1943). Ebenfalls zu empfehlen ist G. H. und E. R. Crichton, Nicola Pisano und die Wiederbelebung der Skulptur in Italien (1938).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back to Top